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Workshop der Big Band mit Prof. Thomas Zoller

Die Höchstwertung für die VMG Big Band beim Landeswettbewerb „Jugend Jazzt“ brachte als Preis auch einen Workshop mit Prof. Thomas Zoller mit sich. Am Samstag, 22. März fand dieser am VMG in lockerer sowie höchst produktiver Atmosphäre statt. Thomas Zoller ist dabei einer jener begeisterten Pädagogen, die es verstehen, andere zu begeistern.

„Nicht das WAS ist wichtig, sondern das WIE“

Workshop Zoller 02Workshop der VMG Big Band mit Prof. Thomas Zoller © GlSe

Bereits am Vorabend (Freitag) nahmen sich Prof. Thomas Zoller und Musiklehrer Sebastian Glas mehrere Stunden Zeit, um ein aktuelles Eigenarrangement für die Band (Shofukan von Snarky Puppy) zu überarbeiten und für die Bandarbeit zu optimieren. Zoller, der an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden seit 2008 als Professor für Komposition und Arrangieren tätig ist, stieg dabei tief in die Grundlagen und Details zur Big Band Arrangements ein und gab einen breiten Einblick in den Zusammenhang zwischen Arrangement-Techniken und der späteren konzertanten Leistung der Band.

Am Samstag fand dann von 9:30 bis 17:00 Uhr der Workshop mit der gesamten Big Band statt. „In der Musik gibt es nur Null oder Eins. Entweder die Musik passiert, dann ist es Eins oder die Musik passiert nicht, dann ist es Null.“ Zoller war stets klar in seinen Aussagen und alle spürten, dass hier einer sitzt, der sich viele Gedanken gemacht hat über das, was er macht und sagt. Und gleichzeitig vermittelte er, wie wichtig für ihn die eigene, praktische Erfahrung für die pädagogische Arbeit ist: „Ich erzähle nichts, was ich nicht persönlich erlebt hab.“

Bereits in kürzester Zeit setzten die Jugendlichen die präzisen und detaillierten Vorgaben von Prof. Thomas Zoller um und hielten die Konzentration bis in die späten Nachmittagsstunden hinein. Gearbeitet wurde sowohl an den Neueinstudierungen (Play That  Funke Music, Shofukan) wie auch an aktuellen Repertoire-Stücken (Feeling Good, Links, Back Home).

Die Wertschätzung gegenüber der hohen Leistung der VMG Big Band - die Prof. Zoller auch beim Landeswettbewerb sehr betonte - war dabei stets zu spüren. Für die Jugendlichen entstand so über den ganzen Tag, der sich in den Pausen auch durch eine lebendige Ensemblegemeinschaft auszeichnete, ein Workflow, der unentwegt faszinierende neue Elemente hervorbrachte. Alles in allem ein gelungener Tag, der allen Seiten extrem großen Spaß gemacht hat.

Text: GlSe

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Prof. Thomas Zoller

Workshop Zoller 10Prof. Thomas Zoller © Prof. Zoller

Zoller studierte nach dem Abitur bis 1976 am Richard-Strauss-Konservatorium in München Klavier; anschließend studierte er bis 1980 Schulmusik an der Hochschule für Musik und Theater München und besuchte Kompositionsworkshops bei Bill Dobbins und Bill Holman. Als Baritonsaxophonist ist er Autodidakt; Auslöser für den Instrumentenwechsel war der Besuch eines Konzertes mit Pepper Adams. Zoller trat zunächst mit Salsabands auf und war Mitglied des Jazz Orchesters von Harald Rüschenbaum. Daneben komponierte er das Musical „Kein Oscar für Casablanca“ (1988).

1989 bildete er mit Alfred Mehnert und Martin Ruhland das Performance-Trio „Rameaus Neffen“. 1990 gründete er mit Roman Schwaller, Jürgen Seefelder und Evan Tate die „Munich Saxophon Family“, die zwei Alben vorlegte und international auf Tournee war. Von 1992 bis 1995 leitete er zusammen mit Leo Gmelch das Ensemble „Die Konferenz“, die Kabarett-Musik der 1930er Jahre und Chansons von Edith Piaf im Jazzgewand präsentierte. Weiterhin gründete er 1994 das Nonett „Zoll Meets the Masterfranks“ und ein eigenes Quartett sowie die Gruppe „Zollsound“ mit Bill Elgart und Carlo Mombelli. Auch arbeitet er mit Lee Konitz und im Duo mit Frank Möbus.

Daneben schrieb er kammermusikalische Kompositionen wie „Metamorphosen“ (1991) und „Terra Candida“ (1993). Er bearbeitete Carl Orffs „Der Mond“ für Stimme und Jazzensemble, schrieb einen „Hymnen Zyklus“, den er mit dem Windsbacher Knabenchor und dem Quintett von Thilo Wolf uraufführte, und arrangierte 2004 das Schalke 04-Musical „Nullvier - Keiner kommt an Gott vorbei“.[1]

Von 1994 bis 2008 unterrichtete Zoller am Richard-Strauss-Konservatorium. Seit 2008 ist er als Professor für Komposition/Arrangieren an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden tätig.